Die Mobilitätswende zielt im wesentlichen darauf ab, durch Verlagerung von möglichst viel Motorisiertem Individualverkehr (MIV) hin zu klimaneutralem, inklusivem, sauberem und sichererem Umweltverbund (ÖVP, Fußverkehr, Fahrradnutzun, Sharing) zu einer zukunftsträchtigeren Mobilität zu kommen. Das bedeutet, den "Modal Mix" (das ist die Verteilung der personenbezogenen Mobilität auf verschiedene Verkehrsmittel) zu verändern. 

Die Angebotsqualität des ÖPVs wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, wie z.B. Pünktlichkeit, Komfort, Sicherheit, Barrierefreiheit, Verlässlichkeit, Sauberkeit, Privatsphäre, Preise, Erreichbarkeit. Da "qualitative" Faktoren wie das Sicherheitgefühl, die Privatsphäre oder der Komfort sehr subjektiv sind, werden sie durch Unfragen bei den Passagieren ermittelt und verglichen, während "quantitaive "Faktoren" wie Preise, Pünktlichkeit und Erreichbarkeit sowie die Reisezeiten von A nach B mit Hilfe von Berechnungen durch Software Produkte ermittelt und damit vergleichbar gemacht. Insbesondere im Vergleich zum MIV.

Seit einigen Jahren ist eine Vielzahl von Bemühungen festzustellen, die Qualität des Öffentlichen Personenverkehrs zu messen und damit eine Bewertung zu ermöglichen. Dabei sind praktisch alle bisher veröffentlichten Beiträge auf geografische Unterscheidung ausgerichtet. Die Qualität wird meistens in Form von Kennzahlen ermittelt, die dann in Abstufungen auf Landkarten des betrachteten Gebietes in verschiedenfarbigen „Kacheln“ (Quadrate, Sechsecke u.a.) dargestellt werden.

Dabei ist eine Vielzahl von Aspekten, die den Untersuchungen zugrunde liegen, zu unterscheiden. Hier spielen geografische Einheiten, siedlungsspezifische Unterscheidungen, Vergleichskennzahlen von ÖPV (Öffentlicher Personenverkehr und MIV (motorisierter Individualverkehr), Modal Split, Erreichbarkeit des ÖPV, Zielgruppen-Kategorien, Reiseziel-Kategorien u.a. eine Rolle. Und je nach Aspekt werden unterschiedliche Kennzahlen und unterschiedliche Ergebnisse ermittelt.

Noch ein Wort zum Begriff ÖPNV-Angebotsqualität: Es werden hier i.d.R. nur quantitativ ermittelbare Sachverhalte berücksichtigt, für die allgemein zugängliche Zahlen vorliegen. Fragen wie Sicherheitsgefühl in Zügen, Barrierefreiheit, Verlässlichkeit, Sauberkeit der Verkehrsmittel usw. werden von verschiedenen Institutionen mit Hilfe von Passagier-Befragungen ermittelt und veröffentlicht.

Die Messung der Angebotsqualität folgt der grundsätzlichen Erkenntnis „You cannot improve what you cannot measure“ („man kann nichts verbessern, was man nicht messen kann“). Da jedoch die bisherigen Konzepte von verschiedenen Akteuren entwickelt wurden, gehen diese auch von unterschiedlichen Aspekten aus, nämlich denen, die für den jeweiligen Akteur im Vordergrund stehen. So gibt es grob gesagt einerseits z.B. einmalige Statistiken über die Angebotsqualität oder die Veränderung im Zeitablauf, andererseits gibt es Produkte, mit denen die Angebotsqualität für ein vom Nutzer bestimmtes Betrachtungsgebiet jederzeit berechnet und geografisch dargestellt werden kann. Oft steht die geografische Erreichbarkeit des ÖPV im Vordergrund, aber im Unterschied dazu auch die Reisezeit zu vorherbestimmten Zielen, aufgrund von Fahrplänen oder aufgrund von Verbindungsberechnungen von A nach B. Weiterhin werden reine ÖPV-Betrachtungen vorgenommen oder aber auch Vergleiche von ÖPV und MIV oder es werden von vornherein Reisezeiten zu Fuß, per Rad, per ÖPV oder per KFZ ermittelt und in einem Dashboard dargestellt.

Bisherige Veröffentlichungen zum Thema Angebotsqualität des ÖPV stellen sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Arbeiten dar: So gibt es Produkte, die die Qualität für auswählbare Regionen Deutschlands berechnen, bewerten und auf Landkarten darstellen. Es gibt aber auch statistische Erhebungen, die für eine Institution einmalig erhoben wurden und einen "Schnappschuss" der Angebotsqualität in einem bestimmten Jahr darstellen. Weiterhin gibt es unterschiedliche Bewertungsindikatoren, die z.B. die Erreichbarkeit bestimmter festlegbarer Ziele in Form von Schulnoten bewerten und in verschiedenfarbigen Kacheln auf einer Landkarte darstellen oder die Berechnung von Quotienten der Fahrtzeit von ÖPV gegenüber MIV aufgrund von realen Verbindungen zwischen einem Abfahrts- und einem Zielort u.a. 

Im Rahmen der BLOG-Beiträge dieser Website wollen wir einen Überblick über die wesentlichen Funktionen einer Vielzahl solcher Analysen darstellen und diskutieren. Dabei werden stets die beauftragende Institution näher erläutert, die Daten und Methodik der Analyse und weiterhin beispielhafte Ergebnisse dargestellt.